Sola Bragisdóttir

die Vertriebenen - Sola Bragisdottir

Dudelsack (bisher unbenannt)
Gegenschlag-Idiophone

Bragi, der nordische Gott der Musik selbst, überquerte eines Nachts die Bifröst, um sich in einem Gasthaus den irdischen Freuden zuzuwenden. Zur gleichen Zeit verschaffte sich auch die Zwergin Frägir (die Berühmte) Zutritt zu diesem Gasthaus, um in Gestalt einer schönen Maid zu singen, zu tanzen, zu trinken und zu……scherzen.

So kam es wie es kommen musste. Nach vielen Humpen Bier, vielen Liedern und noch mehr eindeutigen Blicken zogen sich Bragi und Frägir unwissend der wahren Identität des anderen in eine ruhige Kemenate zurück und verbrachten dort den Rest der Nacht. Am nächsten Morgen verblasste bei beiden der Zauber der Verwandlung für einen Moment und sie erkannten sich. Aufgeregt beschlossen beide, dass diese Nacht ein Geheimnis bleiben muss und sie sich nie wieder sehen durften. So zogen beide ihrer Wege und sprachen nie ein Wort darüber. Die Jahre verstrichen und keiner der Zwerge fragte Frägir danach, woher sie ihre Tochter hatte, denn Zwerge waren, was das anging, schon immer deutlich aufgeschlossener als Menschen oder Götter. So wuchs die kleine Zwergentochter, die den Namen „Sola“ trug, als Größte unter den Kleinen auf und wurde zu einer der besten Spielfrauen unter der Erde. Geschichten der Menschen besagten, dass, wenn man bei Nacht an einer der Zwergengrotten vorbeigeht und ganz genau hinhorcht, man das Pfeifen eines Dudelsacks hören konnte. Selbst Loki erfuhr von diesem begabten Wesen und schöpfte Verdacht. Zwerge waren nicht gerade für ihre Musikalität bekannt und so machte er sich in Form einer Ratte auf, um dieses Geheimnis zu ergründen. In den Träumen der Zwergentochter säte er die Fragen „Woher komme ich? Wer ist mein Vater? Woher habe ich dieses Talent?“.die Vertriebenen - Sola Bragisdottir

Der Plan ging auf und Sola löcherte in den folgenden Tagen ihre Mutter bis diese schließlich mit der Wahrheit herausrückte.

„So.“ dachte sich Loki. „Da war unser schöner Bragi also auch mal unanständig. Mal sehen was seine Frau Idun dazu sagt?“

Unfrieden konnte Loki meisterhaft stiften und auch hier erreichte er sein Ziel umgehend. Außer sich vor Wut zerschmetterte Idun einen Apfel der Unsterblichkeit, tränkte einen Pfeil damit und machte sich auf den Weg unter die Erde. Nichts ahnend stand Sola, wie fast jeden Abend auf einer steinernen Bühne und spielte für ihre Leute auf der Sackpfeife als plötzlich ein Pfeil durch die Luft zischte und in ihrer Brust stecken blieb. Idun darf kein Lebewesen töten und durch den Saft des magischen Apfels wurde dies verhindert, aber in ihrem Zorn wollte sie verhindern, dass Sola je wieder Sackpfeife spielen kann.

Doch wer glaubt, dass sich die Tochter einer Zwergin und eines Riesen von einem Pfeil der die Lunge durchschlug von der Musik abhalten lässt, der hat sich mächtig getäuscht.

Nicht mehr als ein Jahr brauchte Sola, um sich mit steinernem Willen und Riesenkräften von dieser Tat zu erholen. Zwar beschloss der Rat der Zwerge, dass „Sola Bragisdóttir“, wie sie sich jetzt schon aus Trotz nannte, das unterirdische Reich verlassen musste, doch wie es das Schicksal der Nornen so wollte, spielten eben im gleichen Gasthaus in dem es zur erzählten Nacht gekommen ist, just ein Haufen fröhlicher Spielleute. Nachdem man nun etwas zusammen musiziert und Sola ihre Geschichte erzählt hatte, beschlossen die Spielleute einstimmig die vertriebene Riesentochter aufzunehmen und von jetzt an gemeinsam durch die Lande zu ziehen.

Da allerdings kaum einer ihren Nachnamen aussprechen kann, wird sie der Welt meist nur als „Sola Riesentochter“ vorgestellt.